
Tipps und Tricks
Foto-Safari im Zoo
In einem zoologischen Garten kommt man wilden Tieren näher als in der Natur. Überdies hat man auf engem Raum wundersame Farben, Formen und Bewegungen. Ein Paradies für Fotografen also. Gäbe es dort nicht einige Einschränkungen, die Aufnahmen erschweren.
Auch wenn moderne Zoos sehr naturnah aussehen, steht der Fotograf vor einigen Problemen: Die Tiere sind weit entfernt, Glas und Draht behindern den Blick und die Beleuchtung etwa in Schauhäusern ist äußerst schwierig. Einige Tipps helfen, schöne Bilder aus dem Garten Eden mitzunehmen.
Hilfreich ist, zuerst den Kartenständern im Zoo-Shop einen Besuch abzustatten. Das klingt banal. Aber es verschafft einige Ideen, wie andere Zebras, Walrösser oder Morpheusfalter gut in Szene gesetzt haben. Und es gibt die Motivation, sie selbst noch besser abzulichten.
Gut ausgerüstet
Niemand wird sich für einen Zooausflug neues Kamerazubehör kaufen. Falls aber Folgendes vorhanden ist, kann man sich unbesorgt auf den Weg machen:
- Langbrennweitige Kamera: Gnus und Löwen sind manchmal weit entfernt. Um Details näher heranzuholen, sind Brennweiten ab etwa 200 Millimeter hilfreich. Manche moderne Bridge-Kamera ist sogar mit einer Brennweite bis 500 Millimeter und 18fachem Zoom ausgestattet. Ein solches Modell lässt jeden gewünschten Bildausschnitt frei wählen.
- Stativ: Sein Aufbau kostet Zeit und auch ein leichtes Alu-Stativ muss getragen werden. Dennoch ist es unverzichtbar. Gerade wenn lange Brennweiten verwendet werden, verwackeln Fotos selbst bei besten Lichtbedingungen. Der stabile Unterbau verhindert das.
Der umständliche Aufbau sollte als Vorzug betrachtet werden! Er gibt Muße, sich einem Tier intensiv zu widmen. Man kann warten, bis es näher kommt. Verschiedene Bildausschnitte lassen sich komponieren. Oder man probiert verschiedene Kameraeinstellungen aus. - Makroeinstellung: Digitalkameras sind bedingt durch ihre Bauweise gut geeignet, Insekten und Bluemn formatfüllend abzubilden. Daher haben sie alle einen Makromodus, der beim Zoobesuch nützlich ist: Bei Aquarien, Terrarien oder im Schmetterlingshaus.
- Gegenlichtblende: Der Fotograf hat vor Käfigen keinen großen Spielraum, aus welcher Perspektive er schießt. Er muss sich nach den Gegebenheiten und Tieren richten. Daher kommt oft das Licht aus einer ungünstiger Richtung. Streu- und Schlaglicht etwa erzeugen ungünstige Reflexionen. Dagegen gibt es ein einfaches Gegenmittel: Die Gegenlichtblende. Wenn der Objektivvorsatz angeschraubt ist, wird man deutlich bessere Fotos erzielen.
Die besten Kameraeinstellungen für typische Probleme
Digitalkameras bieten so genannte Motivprogramme. Ohne Fummelei hat man rasch die richtigen Einstellungen am Strand, in Museen oder für Porträts. Nur die Einstellung "Zoo" wird es nicht geben, da die Situationen zu vielfältig sind. Einige simple Vorgaben helfen, sie dennoch zu meistern.
 | Blitz aus Das Hilfslicht ist im Zoo eher hinderlich. Bei großem Abstand ist es sinnlos, da es wirkungslos verpufft. Bereits nach wenigen Metern dient ein Blitz nur noch dazu, Tiere grundlos zu erschrecken. Womit der zweite Grund genannt ist, ihn während des Zoobesuchs auszuschalten. Drittens erzeugt er grelle Reflexionen auf Glasscheiben, weswegen er im Affenhaus und Aquarium nur stört. Stattdessen sollte man sich lieber auf eine hohe Lichtempfindlichkeit verlassen. Bei ISO 800 etwa werden selbst bei Dämmerung Motive ausreichend belichtet und Bewegungen scharf eingefangen. Man bezahlt zwar diese Leistung durch vermehrtes Bildrauschen. Aber ausbelichtet im Format 10 mal 15 Zentimeter fällt dies kaum auf. Viele Digitalkameras haben eine Einstellung wie Auto—ISO, um je nach Lichtsituation die passende Lichtempfindlichkeit zu wählen. |
 | Hintergrund ausblenden Es kann zwei gute Gründe geben, Hintergründe weich auszublenden: Um ein Tier hervorzuheben oder hässliche Kulissen auszublenden. Man kann sie verschwimmen lassen, indem ein kleiner Blendenwert gewählt wird, etwa f2,0 oder f2,8. Eine praktische Einstellung hierfür ist die so genannte Blendenvorwahl, meist mit dem Buchstaben A gekennzeichnet (= englisch Aperture). Man stellt die Blende fest ein. Alle anderen Parameter wie Verschlusszeit oder Lichtempfindlichkeit richten sich nach ihr aus, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. |
 | Schnelle Bewegungen Wenn etwa Seelöwen gefüttert werden, jagen sie schnell durchs Wasser und es gibt allerhand zu knipsen. Um die schnellen Aktionen einzufangen, gibt es zwei günstige Vorgaben: Verschlusszeitvorwahl (meist mit "S" abgekürzt) oder das Motivprogramm "Sport". Im Modus S bestimmt die Erfahrung, wie kurz die Belichtungszeit sein sollte. Man kann mindestens von 1/500 Sekunde ausgehen, ein Vogel im Flug verlangt mindestens 1/2.000 Sekunde. |
 | Glas Scheiben irritieren den Autofokus. Er kann sich nicht entscheiden, ob er auf irgendwelche Spiegelungen oder das Tier dahinter scharfstellen soll. Daher sollte man manuell fokussieren, um optimale Ergebnisse zu garantieren. Wie erwähnt verbietet sich der Blitzeinsatz wegen der Lichtreflexionen, die er erzeugt. Diese sind aber auch ohne Blitz vorhanden. Sie werden gemildert, wenn man sich schräg zur Scheibe positioniert. Zudem sollte die Gegenlichtblende vorgeschraubt sein. Falls man sie vergessen hat, hilft auch die zum Trichter geformte Hand, Reflexionen auf der Kameralinse zu vermeiden. |
 | Draht und Gitterstäbe Draht oder Gitterstäbe verwirren den Autofokus stärker als Glas. In so einer Situation ist der manuelle Fokus Pflicht. Damit beides unsichtbar ist, müsste man die Position wechseln. Zwei Einstellungen lassen sie zumindest verschwimmen: In dem man einen kleinen Blendenwert vorgibt, geraten sie aus dem Schärfebereich. Und indem man ein möglichst weit entferntes Tier anvisiert und daher zwangsläufig eine lange Brennweite einstellt. |
Tipps
| Eine Regel, die nie falsch ist, lautet: Geh nah heran. Ein ganzes Zebra ist sattsam bekannt. Spannender ist oft ein Ausschnitt seines Fells. Ähnliches gilt für Tiger und Leoparden. |  |
| Stellen Sie auf die Augen scharf und lichten sie den Kopf formatfüllend ab. Großkatzen etwa haben eine intensive Fellzeichnung um die Augen. Da diese scharf und goldgelb sind, ergibt sich ein faszinierendes Bild. Ähnliches gilt für die runzligen Gesichtspartien von Elefanten und Nashörnern. |  |
| Ebenso wie für menschliche Porträts entscheiden Posen darüber, wie lebendig ein Foto wirkt. Ein frontal fotografierter Schimpanse ist langweilig. Wenn er mit dem Rücken zum Betrachter sitzt und sich umwendet, wirkt er dynamisch. |  |
| Erst auf Augenhöhe oder darunter entwickelt sich ein Dialog mit einem Tier. Für den Fotografen bedeutet dies oft, auf die Knie zu gehen. |  |