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Tipps und Tricks | Der raue Charme des Rauschens


Foto-Safari im Zoo
Der raue Charme des Rauschens
Gelungene Selbstporträts
Über den Wolken
Schillernde Stars in Aquarien fotografieren
Locker vor der Linse
Porträts mit sicherer Hand beschneiden
Fotos stilvoll auf Leinen präsentieren
Grußkarten selbst gestalten

Tipps und Tricks

Der raue Charme des Rauschens

Das so genannte Rauschen ist eigentlich ein Bildfehler, den es zu vermeiden gilt. Doch gibt es mit gutem Grund Software-Filter, um
Motive körniger erscheinen zu lassen:

  • Das grobe Filmkorn kennt man aus Schwarzweißaufnahmen von Jazz-Konzerten oder Pressebildern. Es wurde verursacht
    durch lichtempfindliche Filme, die zwar kurze Belichtungszeiten erlaubten, aber dafür krisselige Bilder lieferten. Genau diesen
    rauen, spontanen Eindruck kann man auch bei Werken erzeugen, die sonst allzu glatt wirken.
  • Porträts erhalten dadurch unter Umständen einen besonderen Charakter. Nicht jede Aufnahme profitiert von dieser Prozedur, doch
    lohnt der Versuch. Wenn man digital erzeugte Bildelemente in eine Montage einpasst, wirken sie oft zu künstlich. Text, Gegenstände,
    Wolken und anderes passen sich besser an, wenn sie etwa unperfekter gemacht werden.

Um ein Motiv mit Körnung zu versehen, könnte man einfach eine Automatik darauf loslassen, wie sie etwa in Photoshop unter
"Filter – Störungsfilter – Störungen hinzufügen" zu finden ist. Allerdings entspricht ihr Ergebnis nicht dem, was man von einem chemischen
Film gewohnt ist. Der digitale Filter verteilt die Körnchen gleichgültig übers komplette Foto. Tatsächlich ist die Struktur aber vorrangig in
dunkleren Bildteilen zu sehen. Ein Schwindel, den unsere Sehgewohnheiten nicht hinnehmen - selbst Hobby-Fotografen merken den Unterschied.

Mit einem kleinen Trick lässt sich das Rauschen natürlich verteilen, also abgestuft je nach Helligkeit. Ein Mausklick auf die richtige
Stelle genügt.

Der entscheidende Mausklick wird in der Kanal-Palette durchgeführt.
Wenn das Händchen zusätzlich mit einem Viereck versehen ist, hat man die Taste "Strg" und die Maus richtig bedient.
Der Rauschfilter lässt sich mit wenigen Reglern steuern.

Das Foto wurde zuerst in eine schwarzweiße Version umgewandelt. Wie dies am besten geschieht, verrät ein älterer Tipp, der im Archiv zu finden ist.
Unter dem Titel "Farbfotos kunstvoll in Schwarzweiß verwandeln" zeigt er, wie man dafür den Kanalmixer handhabt.

  1. Die Palette für die Farb-Kanäle (im Menü "Fenster – Kanäle") erlaubt dem kundigen Benutzer einen kleinen Kunstgriff: Mit gedrückter Taste
    "Strg" muss er auf den obersten Eintrag RGB klicken. Dadurch wird eine unregelmäßige Auswahl erzeugt. Zur Erklärung: Mit diesem kleinen
    Trick werden nur die Helligkeitswerte eines Bildes je nach Abstufung ausgewählt. Die Linien der Auswahl erscheinen zwar klar umrissen, doch
    merkt man den Unterschied, wenn ein beliebiger Filter auf sie angewendet wird. Je nach Helligkeitsabstufung wirkt er stärker oder schwächer.
  2. Mit dem Mausklick wurden die hellen Bildregionen ausgewählt. Der Rauschfilter soll aber vorrangig die dunklen Regionen betreffen, daher wird
    der Menübefehl "Auswahl - Auswahl umkehren" durchgeführt.
  3. Der Filter der Wahl befindet sich im Menü "Filter – Kunstfilter – Körnung und Aufhellung". Seine Stärke lässt sich nach Belieben mit den Reglern
    festlegen. In unserem Beispiel wurde die Körnung 4 und die Intensität 3 gewählt.
So würde ein auf Paparazzo getrimmtes Bild ohne gezielte Auswahl aussehen – kein schöner Anblick. Da die helleren Bereich weniger stark verrauscht sind, ist das Ergebnis zurückhaltender und überzeugender.

Der Trick mit der so genannten Luminanzauswahl ist für zahlreiche Gelegenheiten nützlich. Beispielsweise kann man mit seiner Hilfe gezielt dunkle Bildbereiche
lichter machen. Oder für Farbenspiele werden nur helle Regionen berücksichtigt, um etwa ein bleiches Gesicht zu manipulieren. Auch kann es Sinn machen, etwa
nur im Hellen die Kontraste zu erhöhen. Wofür auch immer die Technik benötigt wird – man sollte sie abspeichern, um mit einem Mausklick normalerweise umständliche
Prozeduren durchzuführen.

 

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