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 Tipps und Tricks Schillernde Stars in Aquarien fotografieren Wer von tropischen Fluten träumt, kann sich ohne Flug und Tauchausrüstung dorthin versetzen. Denn öffentliche und private Aquarien locken mit Seeanemonen und Paradiesfischen. Dazu kommt ein weiterer Vorteil: Um die bunte Pracht festzuhalten, benötigt die Kamera weder Unterwassergehäuse noch -blitz. Allerdings stellt sich dem Fotografen ein Hindernis entgegen – die Glasscheibe. Sie verursacht einige Probleme, die gelungene Aufnahmen erschweren: Die Scheibe spiegelt den Raum beziehungsweise den Fotografen und verwirrt zudem den Autofokus. Der Blitz ist hierbei eine besonders harte Nuss: Einerseits führt er Spiegelungen, andererseits ist er ein nützliches Hilfsmittel. Denn ein Aquarium wirft nur nur gedämpftes Licht, womit der Fotograf auf dem Trockenen sitzt, da er auf Helligkeit angewiesen ist. In vielen öffentlichen Aquarien ist er ohnehin verboten, weil die unzähligen Besucher sämtliche Fische wohl totblitzen würden. Einige der vorgestellten Tricks helfen, ohne ihn auszukommen. Doch falls er erlaubt ist, zeigen wir, wie er bestmöglich einsetzbar ist.  | | Schema, wie eine Beleuchtung mit Baustrahlern oder Slave-Blitzen aussehen kann. | Vorbereitungen Bereits kleine Tricks helfen, die Anzahl perfekter Aufnahmen zu vermehren. Und mit einer klugen Ausleuchtung erweitert sich zudem der Gestaltungsspielraum. - Achten Sie auf eine saubere Scheibe! Jeder kleine Fleck oder Kratzer macht sich später störend bemerkbar.
- Ein Stativ ist sinnvoll, falls es sich um ruhige Tiere handelt. Dagegen wird es bei munteren Schwimmern bald lästig, da man ihnen nicht mit dem Objektiv folgen kann, sondern mit der Kamera wandern muss.
- Das Zimmer sollte möglichst abgedunkelt sein, ansonsten entstehen starke Spiegelungen auf der Glasscheibe. In Schauaquarien ist dies ohnehin meist der Fall.
- Falls der Fotograf oder das Zimmer penetrant auf dem Glas erscheinen, kann man ein großes Stück schwarze Pappe am Objektiv befestigen. Ein Loch verschafft der Kamera den nötigen Durchblick, alles andere wird von der Pappe ausgeblendet.
- Mit preiswerten Baustrahlern kann man für eine zusätzliche Beleuchtung sorgen. Da sie sehr heiß werden, dürfen sie keinesfalls nahe an Scheibe stehen. Ähnlich wie die Blitze (siehe Skizze) sollten sie seitlich und schräg aufgestellt werden. Indem man ihre Position verändert, lassen sich Reflexionen verhindern oder wenigstens außerhalb des anvisierten Bereichs bringen.
Im besten Fall blickt die Kamera frontal zur Scheibe, das Blitzlicht aber fällt schräg ein. Mit dem eingebauten Blitz ist dies nicht machbar, hier muss man entweder die ganze Kamera schief halten oder auf die Zusatzbeleuchtung verzichten. Allerdings lassen sich selbst kompakte Modelle mit einem so genannten Slave-Blitz erweitern. Man kann ihn frei über überall im Raum anbringen. Er ist mit Infrarotsensoren ausgestattet, die ihn zünden, sobald der eingebaute Blitz der Kamera abgefeuert wird. Zu Recht werden Fotografen monieren, dass letzterer wieder dieselben Probleme verursacht, die eigentlich vermieden werden sollten – eine frontale Reflexion auf der Scheibe. Doch lässt sich das Problem schnell beheben, indem man ihn entweder mit Butterbrotpapier oder besser mit einem Stück belichteten Films abklebt. Letzterer lässt gerade noch das Licht im Infrarotbereich durch, erzeugt aber keinen störenden Widerschein.Für eine optimale Ausleuchtung werden zwei der Lichtspender aufgestellt, einen auf jeder Seite des Aquariums. Diese dreht man etwas schräg zur Frontscheibe und experimentiert so lange mit ihrer Position, bis alle Reflexionen verschwunden sind. - Nebenbei: Ein Polfilter hilft nur eingeschränkt. Erstens entfernt er nicht alle Reflexionen, zweitens ist er ein großer Lichtschlucker. Und da man ohnehin schon mit der schwachen Beleuchtung zu kämpfen hat, sollte das Problem nicht weiter verschärft werden.
Einstellungen Dank einer hellen Beleuchtung kann man mit niedrigen ISO-Werten fotografieren, womit störendes Bildrauschen vermindert wird. Zudem lassen sich auch kurze Belichtungszeiten wählen, die Bewegungen ohne jede Unschärfe einfangen. Doch selbst wenn man die Belichtung größtenteils der Kameraautomatik überlässt, sind einige Vorgaben höchst nützlich:  |  | Das schwierige Mischlicht führt bei falschem Weißabgleich zu starken Farbstichen. | Der Autofokus stellt allzu leicht auf die Scheibe scharf statt auf die Fische. | - Das Objektiv sollte sich möglichst nahe am Glas befinden.
- Falls die Kamera einen Makromodus bietet, sollte er bevorzugt genutzt werden. So werden die kleinen Wasserbewohner formatfüllend abgelichtet. Ansonsten sollte man daran denken, sich eine Makrolinse anzuschaffen. Sie lässt sich auf jedes Objektiv schrauben, das ein Filtergewinde besitzt. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass es sich bei ihr um einen so genannten Achromaten handelt. Er ist so gearbeitet, dass er möglichst wenige Bildfehler wie etwa Farbsäume oder Verzerrungen verursacht.
- Die Mischung aus Aquarienlampe und anderen Lichtquellen bringt den automatischen Weißabgleich dazu, unschöne Farbstiche zu verursachen. Entweder sollte man mit den verschiedenen Vorgaben für Leuchtstoffröhren experimentieren, oder einen manuellen Weißabgleich durchführen. Diese Funktion ist allerdings höherwertigen Kameras vorbehalten.
- Der Autofokus kann möglicherweise nicht sicher scharfstellen, da er sich an der Scheibe orientiert. Zur Sicherheit sollte daher manuell fokussiert werden. Ansonsten hilft, eine möglichst geschlossene Blendenöffnung einzustellen, also einen hohen Blendenwert wie etwa f11. Er erweitert die Tiefenschärfe, also die Zone, in der Gegenstände präzise erfasst werden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fisch im Schärfebereich herumschwimmt.
Wie hier zu erfahren ist, benötigt man keine außergewöhnliche Ausrüstung, um schillernde Exotik einzufangen. Mit etwas Übung gelingen ebenso scharfe wie farbenprächtige Bilder. In Postergröße ausbelichtet ergeben sie einen einmalig schönen Schmuck für die Wände, einen Foto-Kalender oder eine Grußkarte.
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