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Tipps und Tricks | Porträts mit sicherer Hand beschneiden


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Tipps und Tricks

Porträts mit sicherer Hand beschneiden

Das Gesicht der Liebsten sollte möglichst einzigartig auf einem Bild erscheinen. Und auch schöne Erlebnisse sollten nicht austauschbar wirken, sondern so einmalig festgehalten werden, wie man sie in Erinnerung behält. Ein Schlüssel dazu ist, den richtigen Bildausschnitt zu wählen. Denn er lenkt den Blick des Betrachters, erzeugt Nähe oder Distanz und erzählt vom Drumherum oder feinen Details.

Um den richtigen Blickwinkel zu erhaschen, muss der Fotograf nicht mehr eifrig umherrennen. Selbst in der Liga der Kompaktkameras tummeln sich zahlreiche Modelle mit einem zehn- oder zwölffachen Zoom. Mit ihm kommt man selbst aus der Distanz hautnah an eine Person heran, um sie zu porträtieren. Oder man lichtet dank Weitwinkel selbst in einem engen Raum die komplette Familie ab. Nachdem das Bild auf die Speicherkarte gebannt wurde, ist man gestalterisch noch lange nicht am Ende. Die heutigen Kameramodelle liefern so große und gut aufgelöste Aufnahmen, dass sie unbesorgt nochmals am Computer beschnitten werden können.

Nähe oder Distanz lässt sich durch den Zoom oder – bis zu einer bestimmten Grenze - nachträglichen Beschnitt festlegen.

Warum knapsen?

Herkömmliche analoge Kompaktkameras leiden unter dem so genannten Parallaxenfehler. Da der Sucher zum Objektiv versetzt angeordnet ist, zeigte er ein deutlich versetztes Bild verglichen mit dem auf Film. Der Fotograf kann also nie sicher sein, dass der anvisierte Bildausschnitt auch festgehalten wird. Der LCD-Monitor einer heutigen Kompaktkamera dagegen zeigt zirka 95 Prozent des Bildausschnitts korrekt an. Damit nähert sie sich der Leistung einer Spiegelreflexkamera an, die 95 bis 100 Prozent eines Bildausschnitts in ihrem optischen Sucher sehen lässt. Nichtsdestotrotz enthält ein Foto bis zu fünf Prozent, die eigentlich unerwünscht sind.


Warum ansonsten ein Bild am Computer gestutzt werden sollte? Weil man es kann! Solange nur mit einer Kopie der Aufnahme experimentiert wird, stehen unzählige Möglichkeiten offen: Je nach Ausschnitt vergrößert oder verkleinert man die Distanz zu den Abgebildeten oder lenkt das Auge auf verschiedene Details.

Schnittvorlagen

Porträts umfassen mehr als nur Gesichter. Auch wenn man einen Arzt bei einer Operation fotografiert, zählt dies unter die Kategorie "Porträt". Je nachdem, was gerade an einer Person interessiert, wird die Aufnahme zur einen oder anderen Richtung tendieren. Zu manchem Porträt wird das Lebensumfeld gehören, ein anderes ist auf die Augen und Lippen reduziert und anonymisiert. Gestalterisch stehen also sämtliche Freiheiten offen. Drei Grundregeln sollte man aber beachten:

Die Blickrichtung entscheidet auch, wo das Schneidemesser ansetzt und die Motivgrenzen liegen.
  1. Näher ist meist besser. Oder wie es der legendäre Fotograf Henri Cartier-Bresson ausdrückte: "Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran". Indem etwa von einem Gesicht nur wenig, dies aber überraschend nah gezeigt wird, wirkt es oft lebendiger und intensiver. Vielleicht kennen einige die Anfangszene im Western "Spiel mir das Lied vom Tod" - jede Pore des wartenden Killers schwitzt in der extremen Großaufnahme bösartige Langeweile aus.
  2. Treffen Sie eine klare Entscheidung, was sie ins Bild aufnehmen wollen. Überflüssiges
    wie Äste, Eimer oder Beine, die ins Bild ragen, sollten als erstes weg geschnitten
    werden. Darüber hinaus entscheiden die eigenen Blickrichtung, die des Porträtierten
    und eventuelle Linien im Bild, wo mit dem digitalen Messer angesetzt wird. Je nachdem
    wird das Ergebnis statisch, dynamisch, leicht oder wuchtig erscheinen.
  3. Ein weiteres Zitat von Cartier-Bresson ist die Binsenweisheit: "Die Leute denken viel
    zu viel nach, bevor sie auslösen.". Sobald man sich also für einen Bildausschnitt
    entschieden haben, darf der Auslöser klicken. Danach sollte sich das Spiel aus möglichst
    unterschiedlichen Perspektiven wiederholen, damit genügend Material für den Feinschnitt
    am Computer vorhanden ist.





 

 

 

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